Jahn

David Jahn (FDP) gehört der BVV Reinickendorf an. Der Student der Politikwissenschaften und der Philosophie auf Lehramt ist mit gerade einmal 22 Jahren das zweitjüngste BVV-Mitglied in allen 12 Berliner Bezirksversammlungen. Am 20. September stimmte er, wie alle anderen 54 BVV-Mitglieder in Reinickendorf auch, dem Haushaltsentwurf 2018/2019 zu. Somit wurde der Haushaltsentwurf einstimmig verabschiedet. Auf 300 Seiten kommt das Zahlenwerk. Das Jahr 2018 hat ein Volumen von 634,4 Millionen Euro und 2019 von 641,6 Millionen Euro. Wir sprachen mit dem Bezirksverordneten David Jahn.

Berlin-City-Report: Hand aufs Herz, lieber Herr Jahn! Wenn Sie mal so eben über 634 Millionen Euro und auch über 0,641 Milliarden Euro abstimmen, wird Ihnen da nicht schwindlig?

David Jahn: „Natürlich sind das gerade für einen Studenten wie mich unvorstellbare Summen, über die wir diskutieren. Jedoch muss man sich auch vor Augen führen, in wie viele Bereiche des Bezirks dieses Geld hinfließt. Das Bezirksamt hat einen Haushaltsentwurf basierend auf der Globalsumme, die durch die Senatsverwaltung für Finanzen zur Verfügung gestellt wird, eingebracht. Diesen Haushaltsentwurf haben die Fraktionen dann in vier Lesungen besprochen, modifiziert und einstimmig beschlossen. Ich denke, dass wir am Ende den besten Kompromiss gefunden und beschlossen haben, mit dem jetzt im Haushaltsjahr 2018/19 gearbeitet werden kann! “

Berlin-City-Report: Feste Größen im Etat sind ja zweifelsohne die Gehälter für die Bezirksamtsmitarbeiter, die Aufwandsentschädigungen der Bezirksverordneten und die sozialen Leistungen beispielsweise für Bürger, die klar gesetzlich vom Bund und vom Land vorgegeben sind. Haben Sie als Bezirksverordneter überhaupt die Möglichkeit, über die Restsumme konkret zu entscheiden? Können Sie beispielsweise den Antrag einbringen, dass der Bau der Umkleidekabine von Sportverein X vom Bezirk höher bezuschusst werden sollte und dafür die Anschaffung von Sportgeräten bei Verein Y weniger? Wie läuft da eigentlich kommunale Politik konkret?

David Jahn: „Als Bezirksverordneter geht man besonders aufmerksam durch den Bezirk und schaut, was wo geändert und verbessert werden könnte. Diese Verbesserungsvorschläge trage ich dann in die FDP-Fraktion und stelle sie zur Diskussion. Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, unsere Ideen in den Haushalt einzubringen. In diesem konkreten Fall würde aber das Schul- und Sportstätten Sanierungsprogramm greifen, das vom Berliner Senat zur Verfügung gestellt wird. Das Bezirksamt kann in einer Prioritätenliste festhalten, welche Vereine und Sportstätten nach Meinung der zuständigen Mitarbeiter des Bezirksamts nach die meisten Mittel nötig haben. Schade ist, wenn Vereine wie der SC Borsigwalde in der Tietzstraße auf dieser Prioritätenliste hinten runterfallen, obwohl der Verein die Mittel schon seit Jahren dringend benötigt. Das einzige, was mir als Verordneter da übrig bleibt, ist Druck zu machen, wo und wann ich kann.“
Ein Geheimtipp, den ich niemandem vorenthalten will, ist der Besuch eines BVV-Plenums. Da jede BVV öffentlich tagt ist es jedem Bürger gestattet, auf einem der Gästesitze Platz zu nehmen und live mit zu erleben, worüber im Bezirk diskutiert wird. In Reinickendorf gibt es außerdem einen Livestream, über den eine Sitzung auch von zuhause aus bequem verfolgt werden kann. Wer eine der beiden Optionen ausprobieren möchte kann das gerne am 11.10.2017 ab 17 Uhr tun, wenn die BVV in Reinickendorf das nächste Mal tagt.

Berlin-City-Report: Das sind ja sehr viele Informationen, die Sie uns und unseren Lesern gegeben haben, lieber Herr Jahn. Danke dafür.

David Jahn: „Gerne. Wer weitere Fragen hat, kann mich jederzeit kontaktieren. Meine Emailanschrift lautet:
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Berlin-City-Report: Vielen Dank für das Gespräch.

David Jahn: "Auch ich möchte mich für das Gespräch bedanken." (Text/Foto: VTN)