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Albert Ritter, Präsident des „Deutschen Schaustellerbundes e. V.“ (DSB), konnte am 13. August 2016 zur 3. Oldtimer-Parade der Schausteller 64 Fahrzeugführer begrüßen. Im Rahmen der im westfälischen Herne stattfindenden Cranger Kirmes, dem größten Volksfest in Nordrhein-Westfalen, findet diese Oldtimer-Parade seit 2014 statt. Der DSB-Präsident betonte: „Man sieht hier und heute Kulturgüter und historische Güter auf Rädern.“ Bevor sich die Oldtimer in Bewegung setzten, segnete ein Priester die Fahrzeugbesatzungen und die Fahrzeuge. Welch hohen Stellenwert dieser Umzug mittlerweile schon aufweisen kann, machte der Herner Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda (SPD) klar. Er fuhr auf einem alten Festwagen mit. Der Schausteller Hansi Luxem sagte: „Diese von uns Schaustellern ins Leben gerufene Oldtimer-Parade hat sich mittlerweile zu einem großen Publikumsmagnet entwickelt. Offen und ehrlich gestehe ich gerne: Jedesmal nehme ich freudestrahlend an der Tour auf dem Festwagen teil.“

Angemerkt sei hier an dieser Stelle: Hansi Luxem kann man leibhaftig auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche erleben! Dort präsentiert er wieder seinen Alt-Berliner-Gastronomiebetrieb. Das älteste Fahrzeug war ein Ford des Modell T, die sogenannte „Tin Lizzie“ aus dem Jahre 1920. Als „Blechliesel“ wurde im deutschsprachigen Raum dieses aus den USA stammende Fahrzeug bekannt. In der Zeit von 1908 bis 1927 fertigte man 15 Millionen „Belchliesels“ an. Der jetzige Eigentümer des in Herne-Crange gezeigten Modells konnte über eine bewegte Historie seines Autos berichten. „Ein englischer Ford-Mitarbeiter sah bei einem USA-Aufenthalt das Fahrzeug. Er brachte es zunächst nach Großbritannien. Dann war er für die Ford-Werke in Köln tätig und brachte das Auto mit ins Rheinland. Da er hier für dieses alte Auto in Deutschland keine amtliche Zulassung erhielt, schlummerte es über 25 Jahre in einer Garage herum. Ich sah vor einigen Jahren das Fahrzeug und habe es dem Herrn abgekauft und viele Stunde in die Restaurierung gesteckt.“ Natürlich war es für ihn auch ein langer und steiniger Weg, bis er endlich die ersehnte Zulassung für diesen Oldtimer in seinen Händen hielt. Der stärkste Oldtimer war ein im baden-württembergischen Backnang gebauter Tieflader der längst nicht mehr existierenden Firma Kaelble. Dieses 1962 gebaute Fahrzeug weist 300 PS auf und kommt auf ein Gewicht von fast 20 Tonnen. Lastkraftwagen dieser Art wurden speziell damals angefertigt um Eisenbahnwaggons aufladen und transportieren zu können. Relativ schwach und jung dagegen sah eine in den Niederlanden produzierte Zugmaschine des Herstellers DAF aus. Der eigens aus Holland angereiste Besitzer teilte mit, sein LKW wurde 1994 gebaut und habe eine Stärke von 168 PS. Heimspiel hatte Opel-Besitzer Klaus aus Herne. Er sagte: „Mein Opel und ich sind je 58 Jahre alt.“ Sein Auto gehört ihm seit 33 Jahren, fast jede freie Minute widmet der Oldtimer-Liebhaber seinem Fahrzeug. Der Opel verfügt vorne über eine durchgehende Sitzbank. Für heutige Verhältnisse ist die Batterie sehr bescheiden. Es handelt sich um eine 6 Volt-Batterie. Eine sehr kurze Anreise hatten auch die Liebhaber von alten Traktoren der „Treckerfreunde Wanne-Eickel e.V.“ zum Cranger Festplatz. Mittlerweile besitzen sie, wie sie selber sagen „vom Treckervirus infizierten Treckerfreunde“ zehn alte Traktoren. Dass gleich drei Damen in einem Porsche anzutreffen sind, ist sicherlich nichts Ungewöhnliches. Drei Damen auf einem Porsche sitzend eher schon. Bei diesem Porsche redet man grundsätzlich vom Sitzen. Auf einem aus dem Jahre 1958 stammenden Traktor aus Stuttgart aus dem Hause Porsche sassen die drei besagten Damen und nahmen an der Oldtimer-Parade teil. Es ist heute fast in Vergessenheit geraten, dass bis Juli 1963 der heutige Sportwagenhersteller auch Traktoren produziert hatte. Acht Gänge kann dieser Traktor aufweisen. Konkret sind das je 4 für die Vorwärts- und die Rückwärtsfahrt. Der Schausteller Richard Müller aus Essen nahm an der Oldtimer-Parade mit einem Traktor und Kirmeswagen teil, die beide Anfang 1950 gebaut worden sind und für den Schausteller ein Teil seiner Kindheit bedeuten. Er ist in diesem Kirmeswagen aufgewachsen und mit seinen Eltern damit einst von Kirmesplatz zu Kirmesplatz gereist. Sein Hanomag-Traktor weist 55 PS auf. Der Essener Schaustellerverband wird im Jahre 2019 seinen 100. Geburtstag feiern und hat sich etwas ganz besonderes ausgedacht! Man kann Lose kaufen und einen „R 40-Hanomag-Traktor“ aus dem Jahre 1948 gewinnen. Das durch den Losverkauf erzielte Geld kommt einem wohltätigen Zweck zugute. Da die Firma Hanomag aus Hannover bereits 1984 in Konkurs gehen musste und es folglich keine neuen Traktoren mehr aus dieser Produktionsstätte mehr gibt, kann man sich ja als regelrechter reicher Glückspilz fühlen, wenn man den Traktor gewinnen sollte. (Text/Fotos: VTN)

www.cranger-kirmes.de

www.treckerfreunde-wanne-eickel.de

www.hansiluxem.de

 

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