

Fotos: Bozena Behrens
Die Fachkonferenz mobility move 2026 hat Mitte März in Berlin neue Maßstäbe gesetzt. Mit rund 1.600 Teilnehmenden und 110 Ausstellern verzeichnete die Veranstaltung Rekordzahlen und bestätigte ihre Rolle als größter Branchentreff für straßengebundene öffentliche Mobilität in Deutschland. Vom 10. bis 12. März diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über zentrale Fragen der Mobilitätswende – von der Elektrifizierung der Busflotten über autonomes Fahren bis hin zur Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs.
Ein politisches Signal setzte die verkehrspolitische Eröffnung am 11. März durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Im Anschluss informierte sich der Minister bei einem Rundgang durch die rund 7.500 Quadratmeter große Fachmesse über neue Technologien, insbesondere bei Elektrobussen und Anwendungen für autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr.
VDV-Präsident Ingo Wortmann betonte zur Eröffnung die Bedeutung des Branchentreffs für die Transformation des öffentlichen Verkehrs. Die steigenden Teilnehmerzahlen zeigten, wie groß das Interesse an Innovationen und Modernisierung sei. Zugleich unterstrich er die zentrale Rolle des öffentlichen Verkehrs als Teil der Daseinsvorsorge und wirtschaftlichen Infrastruktur in Deutschland.
Branche diskutiert Transformation in fünf Fachforen
Neben der Ausstellung bildeten fünf Fachforen den inhaltlichen Kern der Veranstaltung. In mehr als 100 Programmpunkten wurden über drei Tage hinweg die wichtigsten Transformationsfelder der Branche diskutiert – darunter Antriebswende, Digitalisierung, Automatisierung und die Modernisierung von Infrastruktur.
Im E-Bus-Forum standen Fragen der Finanzierung, Lade- und Tankinfrastruktur sowie neue Batterie- und Wasserstofftechnologien im Mittelpunkt. Mehrere Hersteller präsentierten neue Modelle, darunter den elektrischen Stadtbus Lion’s City E LE.
Das Forum Autonomes Fahren beschäftigte sich mit dem Markthochlauf automatisierter Busse, regulatorischen Rahmenbedingungen und Modellprojekten. Parallel widmete sich das Forum KI und Digitalisierung neuen Datenstandards, IT-Architekturen und praktischen Anwendungen künstlicher Intelligenz im öffentlichen Verkehr.
Im Forum Infrastruktur und Betriebshöfe diskutierten Fachleute über die Modernisierung von Werkstätten und Depots, Lade- und Wasserstoffinfrastruktur sowie neue Lösungen für Wartung und Betrieb.
Als fünftes Forum war erneut die KONTIKI-Konferenz integriert. Unter dem Titel „Wer nicht automatisiert, verliert – ÖPNV-Vertrieb: Upgrade auf KI-Version“ ging es dort um den Einsatz künstlicher Intelligenz im Vertrieb, elektronisches Ticketing und digitale Fahrgastinformation.
Fachkräfte bleiben zentrale Herausforderung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem zunehmenden Fachkräftemangel im Busverkehr. Branchenvertreter warnten, dass ohne wirksame Gegenmaßnahmen künftig Angebotskürzungen und längere Taktzeiten drohen könnten. Diskutiert wurden unter anderem digitale Rekrutierungsstrategien, internationale Fachkräftegewinnung sowie bessere Arbeitsbedingungen im Fahrdienst.
Modernisierung des ÖPNV als politische Aufgabe
Die Veranstalter sahen die Konferenz auch als Plattform für einen politischen Dialog über die Finanzierung der Mobilitätswende. Eine wichtige Rolle komme dabei der geplanten Weiterentwicklung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zu, das seit Jahrzehnten Investitionen in kommunale Verkehrsprojekte unterstützt.
Die mobility move 2026 habe gezeigt, dass technische Lösungen für die Transformation des öffentlichen Verkehrs vorhanden seien, betonte Wortmann zum Abschluss. Entscheidend seien nun verlässliche politische Rahmenbedingungen und langfristige Finanzierung, damit Innovationen schnell in die Praxis umgesetzt werden können.