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Alla Manilova, Vizekulturministerin und Sergej Korneev, stellvertretender Leiter von Rostourism eröffnen „Visit Russia“/Foto: Ingrid Müller-Mertens

Russland gehört gegenwärtig nicht gerade zum Lieblingsreiseland der Deutschen. Von den über 17 Millionen Touristen, die alljährlich hierzulande in die große weite Welt aufbrechen, zieht es gerade mal um die 360.000 nach Russland. Und das, obwohl der Deutsche nach Ansicht von Jurij Stetsenko von der Russischen Botschaft „ der am stärksten universelle Tourist“ ist.

Das hat vielfältige Ursachen. Am meisten drückt sicher die aktuelle politische Krise auf das Buchungsverhalten, auch wenn die allgemeine Stimmungslage gegenüber den nahezu unerschöpflichen touristischen Mögichkeiten und Angeboten Russlands durchaus positiv ist. „Aber“, so bedauert Jurij Stetsenko, „Politik überwuchert alles, sogar den gesunden Menschenverstand.“
Auch Vorurteile – teils berechtigt – sind Hemmnisse. Einige konnten abgebaut werden. So wurden die Einreisebedingungen deutlich vereinfacht und die Abfertigung erleichtert. Für Passagiere von Fähren und Kreuzfahrtschiffen gibt es neuerdings visafreien Landgang für 3 Tage, auch für einige besonders ausgewiesene beliebte Destinationen. Beschilderungen und Hinweistafeln sind inzwischen auch in lateinischer Schrift vorhanden und die bisher von Reisenden kritisierten überhöhten Taxi- und Hotelpreise wurden moderat angepasst. Ja, noch eine „Errungenschaft“ gibt es zu vermelden: Dank rigoroser Maßnahmen konnte durchgesetzt werden, dass Autos nun an Zebrastreifen halten. Auch wenn es in diesem Jahr schon doppelt so viele Buchungen wie 2014 gab, etwas mehr wird man sicher noch  tun müssen.
Und so wurde kürzlich mit „Visit Russia“ unter Teilnahme hochrangiger Vertreter der Tourismusindustrie aus Russland und Deutschland eine offizielle Deutschlandrepräsentanz der nationalen Tourismus Marketing Organisation Russlands eröffnet. 
„Deutschland ist für Russland für das touristische Incoming der mit Abstand wichtigste Markt in Europa. Aus Deutschland sehen wir viele unterschiedliche Zielgruppen und Reiseanlässe, mehr als aus anderen Quellmärkten.“  so Alla Manilova, russische Vize-Kulturministerin bei der Eröffnungszeremonie. Deutschland investiere seit Jahren in die staatliche Tourismuswerbung in Russland, es sei an der Zeit, auch seitens Russlands mehr zu tun, um die touristischen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter zu stimulieren. Unter dem Slogan „Weites Land – tiefe Seele“ will man das schier unerschöpfliche und attraktive touristische Potential des riesigen Landes prägnant präsentieren.
Das Deutschlandbüro sieht daher seine vorrangige Aufgabe im engen Kontakt zu Veranstaltern und Reisebüros sowie zur Presse. „Dies flankieren wir, in dem wir deutschen Reisenden durch gezielte Werbung und Pressearbeit noch viele neue Reisegründe und spannende Aspekte des Reiselandes Russland liefern.“, so der stellvertretende Leiter von Rostourism, Sergej Korneev.  Punkten will man mit Gastfreundschaft, der russischen Seele und grenzenlosen Weite aber auch mit  einzigartigen Kulturstätten, Sehenswürdigkeiten, Naturschönheiten, Flusskreuzfahrten, Hochgebirgstouren  und den unendlichen Weiten Sibirens. Man darf gespannt sein.
Text und Fotos: Ingrid Müller-Mertens
 

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