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Foto: Berliner Volksschauspieler Jürgen Hilbrecht als "Hauptmann von Köpenick"

Im Südwesten der Bundeshauptstadt Berlin liegt der Bezirk Treptow-Köpenick. In der ehemaligen 4-Sektorenstadt gehörten die damals noch selbständigen Bezirke Treptow und Köpenick zum sowjetischen Sektor und lagen in der DDR. Zum 1. Januar 2001 fand die Berliner Bezirksreform statt und beide Bezirke wurden zu einem zusammengelegt. Der Bezirk gilt als einer der schönsten und grünsten in der Bundeshauptstadt. Die Bürger sprechen oft von der grünen Lunge Berlins.“ Der Plänterwald, viele Schiffsanlegestellen im Treptower Hafen sowie in Grünau und Köpenick-Altstadt sind einige Belege für die Grüne Lunge Berlins und den Wassersport.

Insgesamt leben hier 250.000 Menschen auf rund 169 Quadratkilometern. Pro Quadratkilometer sind es somit 1.481 Einwohner. Das ist einsamer Spitzenwert in Berlin. Zum Vergleich: In Kreuzberg-Friedrichshain sind es 13.550 Bürger auf einen Quadratkilometer. Mit 19 % der gesamten Berliner Stadtfläche ist Treptow-Köpenick der flächenmäßig größte Bezirk in Berlin. Treptow kann gar nichts dafür, dass Köpenick weltweit viel bekannter ist. Das liegt am legendären Schuster Friedrich Wilhelm Voigt (1849-1922). Mit einer beim Trödler gekauften Uniform gab er sich als „Hauptmann von Cöpenick“ (schrieb man zu Kaisers Zeiten noch mit C) aus. So ganz nebenbei beschlagnahmte er 1906 die dortige Stadtkasse und ließ den Herrn Bürgermeister verhaften. Der Schriftsteller Carl Zuckmayer setzte dieser Posse ein literarisches Denkmal. Ein schwarz-weiß Film mit Rudolf Platte in der Hauptrolle und ein Farbfilm mit Heinz Rühmann machten diesen Köpenicker Hochstapler noch bekannter. Der Rühmann-Film erhielt sogar eine Oscar-Nominierung. Mit Film und Fernsehen hat man es auch im Treptower Ortsteil Adlershof zu tun. Dort befanden sich einst die Gebäude des DDR-Fernsehens. Heute sind hier IT-Firmen, Labors und Forschungseinrichtungen der Universität und Start – Up - Unternehmen angesiedelt. Fernsehstudios gibt es auch immer noch. Besonders Talkshows produziert man hier. Der Tourismus, gerade der Tagestourismus, hat in diesem Bezirk einen sehr hohen Stellenwert. Im Treptower Hafen liegen die Ausflugsschiffe vor Anker, die in der Zeit von April bis Anfang Oktober ablegen. An der Dahme-Wasserstraße befindet sich die „Marina Wendenschloß.“ Neuerbaute Stege stehen Wassersportlern zur Verfügung und dort ist ebenfalls ein Heimathafen von Fahrgastschiffen angesiedelt. In unmittelbarer Nähe der S-Bahnstation „Treptower Park“ sind am Rande des Plänterwalds die diplomatischen Vertretungen von Belarus und Vietnam anzutreffen. Das große Sowjetische Ehrenmal Treptow befindet sich hier und ist ein Touristenmagnet nicht nur für Gäste aus der ehemaligen UdSSR. Ein Wortspiel ist Architekten und einer namhaften Versicherung gelungen! In Treptow spricht man von den Treptowern. In diesen turmhohen Gebäuden hat u. a. eine Versicherung, deren Zentrale in München zu Hause ist, ihren Berliner Sitz. Das ist auf jeden Fall ein Beleg dafür, wie sich der Bezirk gewandelt hat. Man hat den Tourismus und die moderne Dienstleistungsgesellschaft, bestehend aus Versicherungen und Finanzdienstleistungen, in Einklang gebracht in Treptow-Köpenick. (Text/Fotos: VTN)

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