IMG 4532Foto: Wolfgang Behrens

Am 17. Juni 2016 lud die Schweizerische Botschaft in Berlin zahlreiche Gäste aus Politik,Wirtschaft und Kultur in ihre Residenz ein, um die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels am 01.06. diesen Jahres zu feiern.
Schon von weit konnte man den Schriftzug „Tunnel“ erkennen, der in großen Lettern auf dem Dach des Gebäudes zu lesen war, wobei die beiden Buchstaben „nn“ symbolträchtig als Tunnelquerschnitt dargestellt waren. Die Botschaft selbst war an diesem Abend auch wie ein Mini-Tunnel arrangiert: auf der einen Seite lugte der Triebwagen des „Giruno“ , so der Name des neuen Zuges von Stadler, heraus. So, als ob er gerade den neuen Gotthard-Tunnel verlässt auf dem Weg nach Genua oder in der Gegenrichtung nach Rotterdam, denn das ist der Rhein-Alpen-Korridor, einer der wichtigsten Güterverkehrsachsen Europas entlang der wirtschaftlich stärksten Regionen des Kontinents. Und mit dem neuen Basistunnel hat die Schweiz in einer ingenieurtechnischen Meisterleistung quasi das Herzstück beigesteuert. Und dies im geplanten Zeitrahmen und ohne das finanzielle Budget zu sprengen. Dies ist gerade im Nachbarland Deutschland bei weitaus kleineren „Großprojekten“ keine Selbstverständlichkeit.

„Die Schweiz verbindet Europa“ - dies ist der Leitgedanke für die Flachbahn bis zu 2300 m unter den Alpen, die längere Züge mit größerem Gewicht und kürzeren Fahrzeiten auf der praktisch steigungsfreien Strecke erlaubt.
Allein die Fakten des Tunnelbaus sind beeindruckend: 57, 1 km Länge und damit längster und tiefster Tunnel der Welt, 17 Jahre Bauzeit mit 2400 Menschen aus 15 Ländern, 28,2 Mio. Tonnen aus dem Berg gebrochenes Gestein, Baukosten von 23,5 Mrd. Schweizer Franken, tägliche Kapazität von 260 Güter- und 65 Personenzügen und und und……
Die 20 Minuten Fahrzeit durch den Tunnel sind nur ein Bruchteil dessen, was einst Johann Wolfgang von Goethe vor der Existenz eines Tunnels für die Überquerung des Alpenpasses benötigte. Die Festveranstaltung fand nicht ohne Grund gerade in Berlin statt, denn zum einen ist der Gotthard nach einem Deutschen benannt und zum anderen wird dieser Weg schon immer sehr rege von Deutschen nach Italien genutzt. Und letztlich ist es sicher auch eine indirekte Aufforderung an die Bundesrepublik Deutschland, nun zügiger den Zulauf von Deutschland am Oberrhein voranzutreiben. Diese Problematik kennt auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der gemeinsam mit seiner Schweizer Amtskollegin, Bundesrätin Doris Leuthard, diesen feierlichen Abend mit Grußworten eröffnete. Er würdigte die große Leistung der Schweiz, denn nach seinen Worten „schafft Mobilität Prosperität“.
Mit vollem Recht kann Bundesrätin Leuthard „stolz auf die Schweiz“ sein, auf diesen erheblichen Beitrag Ihres kleinen Landes zum großen Europa. Minister Dobrindt blieb da nur mit einem kleinen neidvollen Unterton zu erwidern: „Wir sind auch stolz auf die Schweiz!“, wohl wissend, dass nunmehr Deutschland „am Zuge ist“.
Im weiteren Verlauf des gelungenen Abends konnten dann interessierte Besucher in einer Simulation selbst den „Giruno“ steuern, Impressionen rund um den Tunnel und den Tunnelbau in einer Ausstellung anschauen, mit einem ehemaligen Tunnelbauer sprechen oder dem Rahpael Jost Trio lauschen.
Die Schweizer Botschafterin Christine Schraner Burgener war eine perfekte Gastgeberin für ein bemerkenswertes Event. (Text/Fotos: Wolfgang Behrens)

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